Mein Mann, meine Tochter, meine Mutter (die Reise ist ihr Geburtstagsgeschenk, sie hat am Dienstag Geburtstag) und ich sind mit dem Auto am Mittwoch um 04:30 morgens weggefahren, damit wir ja genug Zeit in Venedig haben um alle zu sehen und um alles was möglich ist zu sehen. Es ist nämlich so, dass mich jedes Mal die Fahrt nach Italien in eine Art Euphorie versetzt, sobald wir über die Pack sind. Und kaum in Italien, ist mein Heimweh nach Bulgarien plötzlich weg. Italien ist meine dritte Heimat. Die zweite ist Österreich, aber in Italien bin ich gefühlsmäßig viel näher an Bulgarien ran als sonst wo auf der Welt.

Nach insgesamt 4 1/2 Stunden Autofahrt kommen wir in Mestre an, wo auch unser Hotel liegt. Hotelempfehlung wird es an dieser Stelle keine geben, weil das ein recht enttäuschendes Erlebnis war.
Und dann ging es gleich mit dem Bus Nummer 2 Richtung Piazzale Roma, von wo wir mit Vaporetto Nummer 1 gleich eine Ehrenrunde bis nach Lido gedreht haben.

Unsere Verwandten waren noch nicht da und so hatten wir 3 Stunden für uns allein. In Lido haben wir den obligatorischen Prosecco getrunken und sind dann wieder mit der Nummer 1 Richtung Rialto Brücke gefahren wo das große Treffen stattfinden sollte. Der Treffpunkt war ganz ohne Hintergedanken ausgemacht, einfach weil die Rialto Brücke für alle ein Begriff war und man sich dort nicht lange suchen muss.

Das Treffen auf der Brücke war einfach unbeschreiblich emotional, tränenreich, glücklich und einfach wirklich sehr, sehr bewegend. Meine Tochter, die ihre Onkels, Tanten und Cousins zum grössten Teil nur aus Erzählungen kannte war ebenso bewegt und gerührt.
Meinen italienischen Onkel habe ich tatsächlich seit ziemlich genau 30 Jahren nicht mehr gesehen. Er sog damals nach Italien, studierte, lernte seine Frau kennen und arbeitet heute als Architekt in Rom. Den 16-jährigen Sohn, den er hat, habe ich niemals gesehen. Auch nicht auf FotosDie anderen Onkels und Tanten aus Amerika habe ich seit 12 Jahren nicht mehr gesehen, als meine Familie endgültig von Amerika nach Österreich gezogen ist.
Die Tage in Venedig waren so voller Lachen und wirklich tiefer Liebe füreinander, dass ich jetzt wieder weiß wo meine Mitte ist, wer ich bin, was wichtig im Leben ist und was ich trotz verschiedenen Umstände unbedingt weiter geben möchte.
Wir haben einander versprochen, dass wir eine neue Familientradition einführen werden: Jedes Jahr in Mai gibt es ein Treffen in Venedig. Es ist nicht verpflichtend, aber jeder, der gerade kann wird kommen.




9 Kommentare:
sehr, sehr schön!!! :-)
Schöön!!!
@Stilke und Barbara - es ist wirklich so schön gewesen und ich habe soviel bulgarisch gesprochen, dass mein Venedig Bericht an Wortschatz und Grammatik zu wünschen lässt... Aber ihr wisst ja was ich meine :-)
Ich freue mich so für dich!
Wenn du einen Tipp vonwegen Unterkunft möchtest, schick mir eine Mail.
Bezüglich Hof:
Ein kleiner Trost sei dir der Umstand, dass die Gärten erst vorvorige Woche mit Sommerblumen bepflanzt worden sind, also die Blütenherrlichkeit ab dem kommenden Wochenende viel prächtiger sein wird als sie dieses gewesen wäre. Ärgerlich finde ich, dass man im "Weißen Pfau" nur essen kann, wenn man Eintritt fürs Schloß bezahlt. Anscheinend können sie es sich's leisten, auf "nur" Restaurantbesucher zu verzichten.
Oh Danke Merisi, ich melde mich gleich wegen der Unterkunft!
Gestern wären die ganzen Frühlingszwiebel zu freien Entnahme gewesen (Im Schloss Hof)
Aber spätestens Mitte Juni werde ich dort sein...
Hach, das klingt traumhaft! Es muss schön sein, eine so große Familie zu haben, auch wenn man sich nur selten sieht.
Mestre kommt in den Brunetti-Romanen ja auch immer eher schlecht weg. (Meine Venedig-und-Umgebung-Infoquelle...) Aber Venedig, hach! Ich beneide dich!
Du hast einen schönen Bericht sehr emotional geschrieben - das Treffen mit deiner Familie hat dich sicher sehr berührt. Dazu sind die Bilder sehr gut gelungen - einfach zum Mitfühlen.
@Zimtapfel, es kann ja sogar sein, dass mich Commissario Brunetti so beeinflusst hat. Ich habe auch immer wieder nach oben zu den Dächern geschaut, es gibt sie tatsächlich die kleinen selbstgebauten Dachgärten :-)
@Wienermädel, oja - und es war so schön neuen Familiengeschichten erzählt zu bekommen. Und ich glaube, ich habe es schon mehrmals geschrieben - ich bin sehr glücklich, dass meine 10-jährige Tochter das Ganze dort gespürt hat.
Das hört sich wunderschön an .-)!
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