Alles fängt schon in der ersten Novemberwoche an. Unsere Nachbarn schleichen mit geheimnisvollen Mienen herum. Es wird unter den Müttern der Kindergartenkinder gerätselt, wer dieses Jahr der erste sein wird. Die Kinder selbst nehmen Wetten an.
Es geht um die Weihnachtsbeleuchtung samt Dekoration.
In unsere Siedlung handelt es sich dabei um ein Akt der Geheimnistuerei, der jeden Mossad Agenten vor Stolz erstarren ließe. Es werden Besuche abgestattet, die einzig und allein den Zweck haben, herauszufinden wann der Nachbar seine Lichterketten auszupacken gedenkt. Da wird Kaffee (fortgeschrittene trinken hin und wieder sogar ein Glaserl Wein) getrunken.
Über das Wetter diskutiert. Das Vorhanden oder Nichtvorhandensein von Schnee. Von Weihnachtsgefühlen. Von Geld. Von Wein und von Kaffee.
So ab den 5-6. November sieht man dann abends im Ort fleißige Väter mit ihren Kindern spazieren. In Wirklichkeit schleppen sie nichtsahnende Kinder durch die Gegend herum, nur um zu sehen, ob es schon irgendwo leuchtet und glitzert.
Dann kommt das zweite Wochenende im November. Der ganze Ort leuchtet noch in unschuldiges Orange. Aber die Kürbisse zählen ihre Tage und zittern. Sie wissen... es ist bald soweit. Obwohl die Besitzer meinen, dass es ja noch "vieeeel zu früh wäre" und "es ist ja nicht Mal Advent!". Dabei schleppen sie heimlich Kisten hinauf oder hinunter, kontrollieren Lämpchen, polieren Kugeln.
Und dann... An einem Sonntag Nachmittag, geht man hinaus (einen verfaulten Kürbis entsorgen) und plötzlich leuchtet es und strahlt es tatsächlich überall!
Die Väter haben offensichtlich heimlich in der Nacht die Offensive gestartet! Weihnachtsmänner klettern Abflussrohre hinauf und hinunter, Rentiere ziehen Schlitten durch Reihenhausgärten, Lichtervorhänge zieren sogar die Häuser in der Kleingartensiedlung... Und ich habe wieder einmal alles verpasst. Und weiss nicht wer erster war! Wahrscheinlich der, der bei uns den meisten Wein getrunken hat und am lautesten protestiert hat.
So, und jetzt muss mein Mann auch hinaus und wenigstens ein kleines Lichterkettlein irgendwo drapieren :-) Sonst fühle ich mich ausgeschlossen.
Sonntag, 18. November 2007
Der Kampf um die Weihnachtsdekoration
Gepostet von
Bulgariana
um
14:22
Labels: Alltag, Weihnachten
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11 Kommentare:
Ja, gestern habe ich beim Durchfahren der Siedlung auch gedacht wer bei uns auf der Straße wohl den Startschuss gibt - und da stand plötzlich schon wieder die große Holzplatte auf Tischböcken in dem einen Garten... Nun geht es hier also auch los, da wir die Eisenbahn aufgebaut, der Spalierapfel am Haus als grüner Weihnachtsbaum beleuchtet und der Rentierschlitten aus Dach gestellt. Mal abwarten wer dann folgt.
Ich lasse mir noch ein wenig Zeit. Wohl ab dem nächsten Sonntag geht es dann zimmerweise voran. Es muss ja noch nicht alles zum 1.Advent fertig sein, und außerdem bleiben bei uns die Lichterketten ohne Weihnachtsschmuck dafür meist bis Ende Januar an, denn mit Schnee & Eis wirkt es ja viel schöner. Hier geht es dann eher um die Frage: Wann müssen wir wieder abschalten...
Ich hab' mich köstlich über den Weihnachts-wettlauf amüsiert.
Liebe Grüße Silke
das ist ja grauenvoll! in unserer siedlung hier grassiert das kaum, bestenfalls hat ab und zu jemand einen baum im garten mit lichterketten geschmückt. vereinzelt, aber wirklich GANZ vereinzelt, klettern irgendwo weihnachtsmänner entlang.
da bleibt mir ganz offensichtlich vieles erspart :)
Silke, ich würde auch am liebsten die Dekoration / Beleuchtung länger lassen, eben weil im Schnee alles schöner ist, aber da ist wieder der Wettlauf: pünktlich am 06.01. wird alles abmontiert und staubfrei verstaut. Und wenn es jemand wagen sollte, seine Beleuchtung noch länger dran zu lassen, wird er als fauler Sack beschimpft *g*
lg,
der faule Sack :_))
Tyndra, ich glaube das ist ein Phänomen der kleinen Orte. Von dezent kann gar keine Rede sein. Im Gegenteil. Je bunter der Garten umso reicher der Besitzer *g*. Bei Gelegenheit werde ich Fotos schiessen :-))
unbedingt! im gegenzug bekommst du fotos von unseren jungfräulichen und spärlich dekorierten gärten und häusern in der umgebung :)
Oh, da haben wir ja Glück. Unsere Nachbarschaft besteht dann offensichtlich aus mehreren fauleren Säcken: Die meisten zögern hier den Abbau der neutralen Lichterketten noch etwas hinaus. Aber wir sind dann oftmals doch die letzten Lichtabräumer - je nach Witterung.
Allerdings beleuchtete Weihnachtsmänner und Rentierschlitten finde ich schon wesentlich früher überflüssig...
Ich glaube kaum, dass das nur ein Erscheinung der kleineren Orte ist. Auf manchen Straßen dieser Siedlung wird sehr viel im Vorgarten mit Licht dekoriert und auf anderen fast garnicht. Ebenso kenne ich das bei den Mehrfamilienhäusern in der Innenstadt. Auch in Braunschweig ist das ganz unterschiedlich. Es scheint wohl eher eine Gruppendynamik zu sein. Einer fängt an und andere machen mit oder auch nicht. Aber dieses Phänomen hast Du ja sehr schön dynamisch beschrieben!
... und nun habe ich Deinen Post mit unserem Lichttest auf DekoGerümpel verlinkt - ich lese den Text immer wieder gern und bin schon ganz gespannt auf Deine Fotos!
Schönes Wochenende & liebe Grüße
Silke
Ja, die Fotos werde ich demnächst nachliefern. Ich versuche schon seit Tagen herauszufinden mit welcher Einstellung ich im Dunklen fotografieren kann. Wie mir mein Mann erklärte ist eine Canon PowerShot G7 nur eine "Schnappschusskamera" und man kann nicht am Abend gute Fotos schiessen...*augenverdreh*
Kein Grund zum "Augenverdreh(en)", so ein nüddeliges Spielzeug ist die PowerShot G7 gar nicht. Man kann bei ihr mit Blenden und Belichtungen spielen, sie hat ein Schraubgewinde für ein Stativ, der Selbstbelichtungmodus erlaubt eine Zeitverzögerung. Und eigentlich belichtet sie auch schön lang, wenn's sein soll. Also kann sie alles, was man braucht, um die Lichter in der Dämmerung zu fotografieren. Idealerweise ist es noch Dämmerlicht und noch nicht richtig dunkel, dunkel werden die Fotos allein. Wegen der langen Belichtung schraubt man ein Stativ darunter oder nimmt sich wenigstens eine feste Unterlage. Die Schärfeneinstellung überlässt man am Besten der Automatik. Man sollte noch ein wenig unterbelichten, das verkürzt die Belichtungszeit. Weil's aber immer noch sehr lang ist und um nicht beim Drücken des Auslösers die Kamera zu verreißen, nimmt man die Zeitverzögerung des Selbstauslösers. Dann macht man noch Bilder ohne Ende, weil es viel Ausschuss geben wird, allein wenn der Wind durch die Zweige geht. Zum Schluss hilft eine Bildbearbeitungs-Software wie Photoshop Elements für ein wenig mehr Schärfe und das Aufhellen der Tiefen... So und mit etwas Glück kommen wir auch zu unseren Bildern.
Ich hoffe, es klingt jetzt viel komplizierter, als eigentlich ist. wir sind jedenfalls gespannt, wie es wird.
Liebe Grüße Wolfgang
Danke Wolfgang! Ich werde mich ganz genau an deiner Anleitung halten und demnächst die Fotos posten! Ich habe es heute probiert, so um 16:00 herum, werden die Fotos noch perfekt. Danach, wenn es dunkel ist - kann man es vergessen. Bis jetzt! :-)
beim lesen deines blogeintrags ist mir ganz spontan ein text eingefallen, der seit jahren bei uns für erheiterung sorgt, wahrscheinlich, weil soviel wahres dran ist.
schau doch mal nach unter:
http://www.familie-ahlers.de/witze/stenkelfeld/weihnachtsbeleuchtung.html
viel spass mit dem text und viel gelassenheit für die adventszeit wünscht dir stefanie.
Jaaa, so ungefähr ist es bei uns! Danke für den tollen Link :-))
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